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1 12. | 13. April 2014 Philharmonie im Albertinum 11. Konzert

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    12. | 13. April 2014

    Philharmonie imAlbertinum

    11. Konzert

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    014

    Otto Dix Der Krieg Der KriegDas Dresdner Triptychon Albertinum 5. April – 13. Juli 2014

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    »SYMPHONIEFEUER – SCHLAFLOSE NACHT« – Schumann zur 1. Sinfonie

    Michael Sanderling |DirigentSophia Jaffé | Violine

    FRANZ SCHUBERT (1797 – 1828)

    Sinfonie h-Moll D 759 »Unvollendete«

    Allegro moderato

    Andante con moto

    KARL AMADEUS HARTMANN (1905 – 1963)

    »Concerto funèbre« für Violine und

    Streichorchester

    Introduktion. Largo

    Adagio

    Allegro di molto

    Choral. Langsamer Marsch

    P A U S E

    ROBERT SCHUMANN (1810 – 1856)

    Sinfonie Nr. 1 B-Dur op. 38 »Frühlingssinfonie«

    Andante un poco maestoso – Allegro molto

    vivace

    Larghetto – attaca:

    Scherzo. Molto Vivace

    Allegro animato e grazioso

    A P R I L2014

    12SAMSTAG

    19.30Philharmonie im AlbertinumLichthof

    11. Konzert

    13SONNTAG

    19.30

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    »Er ist noch kaum eingetreten ...«Franz Schuberts »Unvollendete«

    Im Februar 1818 riss die Serie der »Jugendsinfonien« Franz Schuberts jäh ab: mit der Komposition der Sechsten, die er in einem letzten Akt der Unbefangenheit noch als »Große Sinfonie in C« bezeichnete. Danach geriet Schubert – wie zeitgleich auch bei seiner Auseinandersetzung mit dem Streichquartett und der Klaviersonate – in eine tiefe Schaffenskrise. Acht Jahre mussten ins Land gehen, ehe es ihm gelang, mit seiner nun wahrhaft »Großen Sinfonie« in C-Dur D 944 wieder ein Werk dieser ebenso anspruchsvollen wie repräsentativen Gattung zu einem Ende zu bringen. In der Zwischenzeit schrieb er vier unvollendete Sinfonien, von denen eine allerdings gleichwohl (oder vielleicht auch gerade wegen ihres Torso-Charakters?) seine berühmteste geworden ist.Schon im Mai 1818, also nur wenige Wochen nach der Sechsten, skizzierte Schubert zwei Sätze einer D-Dur-Sinfonie, ein »Allegro

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    moderato« mit einer harmonisch außergewöhnlich kühnen »Adagio«-Introduktion und einem Satz im 2/4-Takt ohne Tempoangabe. Er brach dieses kompositorische Vorhaben bald ab, nahm aber im Frühsommer 1821 erneut eine D-Dur-Sinfonie in Angriff, für die er schon sämtliche Sätze weitgehend entworfen hatte, als er auch dieses Projekt wieder aufgab, um noch im August desselben Jahres mit der Komposition einer Sinfonie in E-Dur zu beginnen. Schubert hatte alle vier Sätze dieser Sinfonie restlos skizziert und die ersten 110 Takte des Kopfsatzes überdies auch schon instrumentiert (für die größte Orchesterbesetzung unter allen seinen Sinfonien) – aber dann resignierte er doch wieder angesichts der offenbar noch übermächtigen Herausforderung. Über seine Beweggründe ließe sich endlos spekulieren. Wahrscheinlich war es der Entwurf zum Schlusssatz, der seinen gewachsenen Ansprüchen nicht genügen konnte, und man darf vermuten, dass auch seine nächste, die h-Moll-Sinfonie D 759, unvollendet blieb, weil Schubert vergeblich nach einer Idee, einer Konzeption für das Finale suchte: für

    ein Finale wohlgemerkt, das den ersten beiden, in jeder Hinsicht des Wortes vollendeten Sätzen angemessen wäre. Nicht einmal Skizzen zu einem vierten und letzten Satz der h-Moll-Sinfonie haben sich erhalten: Sind sie verloren gegangen – oder hat Schubert gar nicht erst den Versuch unternommen, eine Finallösung zu umreißen? Oder handel-te es sich am Ende doch, wie eine in der Schubert-Forschung höchst umstrittene Theorie behauptet, bei der ersten Zwischenaktmusik in h-Moll aus »Rosamunde« D 797 ursprünglich um den Schlusssatz der Sinfonie gleicher Tonart? An einem Scherzo mit Trio hat Schubert jeden-falls noch gearbeitet, dann verliert sich die Spur. Was gewiss bleibt, sind jene zwei Sätze, das »Allegro moderato« und das »Andante con moto«, die zu den großen, unfassbaren und unauslotbaren Kunst-Schöpfungen der europäischen Musikgeschichte zählen.Und die hätte einen anderen Verlauf genommen, wäre Schuberts 1822 komponierte h-Moll-Sinfonie, die »Unvollendete«, noch zu Lebzeiten eines Robert Schumann oder eines Felix Mendelssohn entdeckt und

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    uraufgeführt worden – und nicht erst im Jahr 1865: eine Tatsache, die man noch heute mit ungläu-bigem Staunen registriert. Die autographe Partitur befand sich jahrzehntelang im exklusiven und konsequent geheimgehaltenen Besitz der mit Schubert befreun-deten Brüder Josef und Anselm Hüttenbrenner, ehe 1860 der Wiener Dirigent Johann Herbeck von der Existenz des unschätzbar kostbaren Manuskripts Kenntnis erhielt und mit diplomatischem Verhandlungsgeschick dessen Freigabe zu erwirken vermochte.

    Am 17. Dezember 1865 erklang im großen Redoutensaal der Wiener Hofburg zum ersten Mal Franz Schuberts »Unvollendete«: »Wir müssen uns mit den zwei Sätzen zufrieden geben, die, von Herbeck zu neuem Leben erweckt, auch neues Leben in unsere Concertsäle brachten«, schrieb Eduard Hanslick über jene denkwürdige Uraufführung. »Wenn nach den paar einleitenden Tacten Clarinette und Oboe einstimmig ih-ren süßen Gesang über dem ruhigen Gemurmel der Geigen anstimmen, da kennt auch jedes Kind den Componisten, und der halbunterdrückte Ausruf ›Schubert‹ summt flüsternd durch den Saal. Er ist noch kaum eingetreten, aber es ist, als kennte man ihn am Tritt, an seiner Art, die Thürklinke zu öffnen. Erklingt nun gar auf jenen sehnsüchtigen Moll- gesang das contrastierende G-Dur-Thema der Violoncelle, ein reizender Liedsatz von fast ländlerartiger Behaglichkeit, da jauchzt jede Brust, als stände Er nach langer Entfernung leibhaftig mitten unter uns.«

    Wolfgang Stähr

    FRANZ SCHUBERT

    geb. 31. Januar 1797, Wiengest. 19. November 1828, Wien

    Sinfonie h-Moll D 759 »Unvollendete«

    Entstehung: 1822 – 1823

    Uraufführung: 17. Dezember 1865 im Musikvereinssaal Wien unter Johann Herbeck

    Spieldauer: ca. 23 Minuten

    Orchesterbesetzung:2 Flöten2 Oboen2 Klarinetten2 Fagotte2 Hörner2 Trompeten3 PosaunenPaukenStreicher

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    »...der Verpflichtung zur Humanität dürfte sich kein Künstler entziehen...« Das »Concerto funèbre« von Karl Amadeus Hartmann

    Am 20. Juli 1939 schrieb Karl Amadeus Hartmann an den Dirigenten Hermann Scherchen: »Jetzt beginne ich eine Trauermusik in einem Satz für Streichorchester zu schreiben.« Er hoffe, so weiter an den verehrten Mentor, ihm das Werk bei seinem nächsten Besuch in Winterthur kommenden Herbst zeigen zu können. 1940 erfuhr das Violinkonzert in St. Gallen (Schweiz) seine Uraufführung; dirigiert hatte Ernst Klug.Auffällig an der ersten schriftlichen Erwähnung vom »Concerto funèbre« ist das Datum: Hartmann schickte sich an, schon vor Ausbruch des II. Weltkrieges dessen katastrophales Ende zu betrauern. In der Tat war der damals 34-jährige Komponist ein den gesellschaftlichen Zuständen gegenüber höchst sensibler Zeitgenosse, der, so der

    Friedens- und Konfliktforscher Dieter Senghaas, über die Fähigkeit verfügte, »gewissermaßen mit seismografischer Antenne noch nicht offenkundige Entwicklungen wahrzunehmen.«Hartmann sah seit der nationalsozialistischen Machtübernahme klar den sich abzeichnenden Zivilisationsbruch vor sich. Über dem Gedanken, die Nazis könnten sich endgültig einrichten, reagierte er – statt wie noch in den 20er Jahren in der Orientierung an »Futurismus, Dada und Jazz« – nun zunehmend mit Werken im Trauergestus: 1933/34 mit dem 1. Streichquartett, 1934 mit dem Orchesterwerk »Miserae«, 1934/35 mit der Oper »Simplicius Simplicissimus« oder 1935/36 mit der Kantate »Lamento«, 1939 schließlich mit »Concerto funèbre« als gewissermaßen dem Höhepunkt dieser Reihe.Aber Hartmann klagte nicht nur in diesen Werken, er erhob auch Anklage und forderte Widerstand. »Dann kam das Jahr 1933, mit seinem Elend und seiner Hoffnungslosigkeit, mit ihm dasjenige, was sich folgerichtig aus der Idee der Gewaltherrschaft entwickeln

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    musste, das furchtbarste aller Verbrechen – der Krieg. / In diesem Jahr erkannte ich, dass es notwendig sei, ein Bekenntnis abzulegen, nicht aus Verzweiflung und Angst vor jener Macht, sondern als Gegen- aktion.« Und mit »Gegenaktion« meinte der von Gerechtigkeit und Menschen-würde geleitete Hartmann eine wie auch immer geartete »Zuver-sicht« am Ende des tiefen Tals: aus Hartmanns Sicht war der Beginn des Krieges gleichbedeutend mit dem Anfang vom Ende der Nazi-Herrschaft. An dieser Schnittstelle steht das »Concerto funèbre«. Es ist vielleicht kein Zufall, dass Hartmann gerade dieses Werk einem Nach-geborenen, »meinem lieben Sohn Richard« (geb. 1935), widmete. Der Widmung beigestellt ist eine kurze Werkbeschreibung: »Mein ›Concerto funèbre‹ entstand im Herbst 1939. Diese Zeit deutet den Charakter und Anlass meines Stückes an. Die vier Sätze Choral – Adagio – Allegro – Choral, gehen pausenlos ineinander über. Der damaligen Aussichtslosigkeit für das Geistige sollte in den beiden

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    Chorälen am Anfang und am Ende ein Ausdruck der Zuversicht entgegengestellt werden. … Ich wollte alles niederschreiben, was ich dachte und fühlte, und das ergab Form und Melos.«Vor allem gedachte er dem »Undeutschen« und verarbeitete anspielungsreiche Musik – als Zitate, Muster oder Paraphrasen. In der Introduktion griff Hartmann auf den mit jüdischer Musik geprägten mittleren Satz seines 1. Streichquartetts zurück; und er zitierte den tschechischen Hussitenchoral, den schon Smetana in »Mein Vaterland« als Symbol der politischen Eigenständigkeit der Tschecho- slowakei verwendete. Im II. Satz finden sich Montagen aus Hindemiths »Trauermusik für Bratsche und Orchester« – er ehrte damit den von den Nazis als »entartet« stigmatisierten Kollegen. Die Motorik des II. Satzes verweist auf rhythmische Modelle von Strawinsky, Bartók oder Prokofjew und eine Mazurka-Passage auf Polen. Der Choral im IV. Satz geht auf das russische Revolutionslied »Unsterbliche Opfer, ihr sanket dahin« von 1905 zurück.

    Auch wenn Hartmann es 1939 nicht wagte, unverstellt zu zitieren, machte er kein Hehl daraus, war-um er komponierte. »Ein Künstler darf nicht in den Alltag hinein- leben, ohne gesprochen zu haben. Wenn meine Musik in letzter Zeit oft Bekenntnismusik genannt wurde, so sehe ich darin nur eine Bestätigung meiner Absicht. Es kam mir darauf an, meine auf Humanität hinzielende Lebens-auffassung einem künstlerischen Organismus mitzuteilen.« Die NS-Zeit verbrachte Hart-mann – aus gesundheitlichen

    KARL AMADEUS

    HARTMANN

    geb. 02. August 1905, München

    gest. 05. Dezember 1963, München

    »Concerto funèbre« für Violine

    und Streichorchester

    Entstehung: 1939

    Uraufführung: 12. November 1959

    in Braunschweig unter Heinz Zeebe

    Spieldauer: ca. 22 Minuten

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    Gründen vom Wehrdienst freigestellt – in der »inneren Emigration«, Aufführungen seiner Werke strebte er nicht an, die Mitgliedschaft in der Reichsmusikkammer verweigerte er und zog das Komponieren für die Schublade vor.Nach Kriegsende rückte der der Kollaboration mit dem NS-Regime unverdächtige Hartmann in den Blickpunkt der Alliierten für kultur- politische Aufgaben. 1945 wurde er Musikdramaturg an der Bayerischen Staatsoper, von wo aus er eine Konzertreihe für Neue Musik, die spätere »Musica Viva«, leitete und dafür große Anerkennung fand. Die Sinfonien von Karl Amadeus Hartmann, das 1. Streichquartett, seine Oper und vor allem »Concerto funèbre« haben sich im Konzertleben mittlerweile etabliert. Sein Todestag jährte sich am 05. Dezember 2013 zum 50. Mal, seine Musik wird ein Mahnmal in der Auseinandersetzung mit dem National-sozialismus bleiben.

    Hans-Peter Graf

    »O wende, wende Deinen Lauf«Robert Schumanns B-Dur-Sinfonie op. 38

    Wie im Rausch skizzierte Robert Schumann im Januar 1841 seine B-Dur-Sinfonie op. 38, in nur vier Tagen und schlaflosen Nächten: seine Erste, deren Instrumentation er am 20. Februar abschließen konnte. »Eine ganze Sinfonie – und obendrein eine Frühlingssinfonie«, begeisterte sich der Komponist. Mehr als ein Jahr später berichtete er Louis Spohr von jenem kreativen Ausnahmezustand, und der Enthusiasmus des geglückten Werkes schwingt noch immer mit: »Ich schrieb die Sinfonie zu Ende Winters 1841, wenn ich es sagen darf, in jenem Frühlingsdrang, der den Menschen wohl bis in das höchste Alter hinreißt, und in jedem Jahre von Neuem überfällt. Schildern, malen wollte ich nicht: daß aber eben die Zeit, in der die Sinfonie entstand, auf ihre Gestaltung, und daß sie gerade so geworden wie sie ist, eingewirkt hat, glaube ich wohl.« Nicht allein die Zeit und

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    Jahreszeit, auch ein stimmungsverwandtes Gedicht des zeit- genössischen Leipziger Lyrikers Adolf Böttger gab den Anstoß zur Komposition der B-Dur-Sinfonie. Die Schlussverse – »O wende, wende Deinen Lauf – / Im Thale blüht der Frühling auf!« – übertrug Schumann in den Rhythmus des Mottos, das in der langsamen Einleitung zum Kopfsatz ertönt und das obendrein an das Eröffnungsthema der Schubertschen »Großen C-Dur-Sinfonie« gemahnt, Schumanns jüngste Entdeckung. »Gleich den ersten Trompetenstoß möcht’ ich, daß er wie aus der Höhe klänge, wie ein Ruf zum Erwachen«, bat Schumann einen befreundeten Dirigenten vor der Berliner Erstaufführung seiner B-Dur-Sinfonie. Und er legte ihm ans Herz: »Könnten Sie Ihrem Orchester beim Spiel etwas Frühlingssehnsucht einwehen, die hatte ich nämlich dabei, als ich sie schrieb.« Der »Trompetenstoß« aber, die (auch von den Hörnern) intonierte Fanfare der Introduktion, setzt nicht nur »Schlag auf Schlag« den furiosen, mitreißenden,

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    humoristisch unberechenbaren Wechsel der Ideen in Gang: Das Motto knüpft zugleich (in Schu-manns Worten) »ein inneres geistiges Band« um die vier Sätze der Sinfonie. Im Kopfsatz erscheint es ohnehin allgegen-wärtig, als unerschöpflicher Impuls und hellwacher Regent; im Larghetto wandelt es sich zum Thema eines reich figurier-ten Variationenzyklus, geistert danach durch das erste Trio des Scherzos, um schließlich im Finale, kurz vor der Coda, seinen letzten großen und triumphalen

    Auftritt zu feiern. Das Ziel wies den Weg: »O wende, wende Deinen Lauf – / Im Thale blüht der Frühling auf!« Die ursprünglichen, poetischen Überschriften der einzelnen Sätze zog Schumann jedoch vor der Veröffentlichung zurück: »Frühlings-beginn«, »Abend« oder »Idylle«, »Frohe Gespielen« und »Voller Frühling«. Er wäre sich selbst und seinen erklärten Grundsätzen mit diesen literarischen Markierungen untreu geworden, hatte er doch namentlich an Hector Berlioz’ »Symphonie fantastique« das im Konzertsaal verteilte Programm mit seiner romanhaften Hand-lung verworfen: »Ganz Deutschland schenkt es ihm: solche Weg-weiser haben immer etwas Unwürdiges und Scharlatanmäßiges«, hatte sich Schumann ereifert. »Der zartsinnige, aller Persönlichkeit mehr abholde Deutsche will in seinen Gedanken nicht so grob geleitet sein; schon bei der Pastoralsinfonie beleidigte es ihn, daß ihm Beethoven nicht zutraute, ihren Charakter ohne sein Zutun zu erraten.«

    ROBERT SCHUMANN

    geb. 08. Juni 1810, Zwickau

    gest. 29. Juli 1856, Endenich

    Sinfonie Nr. 1 B-Dur op. 38

    »Frühlingssinfonie«

    Entstehung: 1841

    Uraufführung: 31. März 1841 im

    Leipziger Gewandhaus unter

    Felix Mendelssohn Bartholdy

    Spieldauer: ca. 32 Minuten

    Orchesterbesetzung:

    2 Flöten

    2 Oboen

    2 Klarinetten

    2 Fagotte

    4 Hörner

    2 Trompeten

    3 Posaunen

    Pauken

    Schlagwerk

    Streicher

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    Nachdem der Bann gebrochen war, die lähmende Angst vor der Sinfonie, komponierte Schumann 1841 gleich noch »in recht fröhlicher Stimmung« die nur locker aneinandergereihten Sätze Ouvertüre, Scherzo und Finale op. 52, die er zeitweilig unter dem gemeinsamen Titel »Symphonette« oder »Suite« vereinen wollte. Im Mai entstand die Phantasie a-Moll für Klavier und Orchester (der spätere Kopfsatz des Klavierkonzerts op. 54); und über die Sommermonate vollendete Schumann sogar noch eine d-Moll-Sinfonie, die Urfassung der Vierten. Kein Wunder, dass Schumann bald überschwänglich bekannte: »Jetzt bin ich ganz und gar in die Sinfonienmusik gerathen. Die für mich höchst ermuthigende Aufnahme, die meine erste Sinfonie [unter Mendelssohns Leitung am 31. März 1841 im Leipziger Gewandhaus] gefunden, hat mich ganz ins Feuer gebracht.« Aber Schumann gehörte weder zu den robusten Froh- naturen noch zu der Fraktion der stillen Dulder. Seine schöpferi-schen Hochgefühle erwiesen sich als überaus wetterwendisch. Als

    jedenfalls die Uraufführung der neuen d-Moll-Sinfonie in Leipzig weit hinter der erfolgreichen Premiere der Ersten zurückblieb, kehrten prompt die alten »Sinfoniescrupel« wieder, die ewigen Bedenken, die oft gehörten und geäußerten Mahnungen, »nach Beethoven abzustehen von sinfonistischen Plänen«. Mit einem Frühlingsrausch hatte es begonnen, mit eisiger Katerstimmung ging das »sinfonische Jahr« 1841 zu Ende.

    Wolfgang Stähr

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    ChefdirigentProf. Michael Sanderling

    1. ViolinenProf. Ralf-Carsten Brömsel KVHeike Janicke KVProf. Wolfgang Hentrich KVDalia Schmalenberg KVEva DollfußJulia Suslov-WegelinAnna FritzschProf. Roland Eitrich KVHeide Schwarzbach KVChristoph Lindemann KVMarcus Gottwald KMUte Kelemen KMAntje Bräuning KMJohannes Groth KMAlexander Teichmann KMAnnegret Teichmann KMJuliane Kettschau KMThomas OttoEunyoung LeeTheresia Hänzsche

    2. ViolinenMarkus GundermannN.N.Cordula Fest KMGünther Naumann KVReinhard Lohmann KVViola Marzin KVSteffen Gaitzsch KVDr. phil. Matthias Bettin KVHeiko Seifert KVAndreas Hoene KVAndrea Dittrich KVConstanze Sandmann KVJörn Hettfleisch KMDorit Schwarz KMSusanne Herberg KMChristiane LiskowskyMarkus Hoba

    BratschenChristina Biwank KVHanno Felthaus KVN.N.Beate Müller KMSteffen Seifert KVSteffen Neumann KV

    Heiko Mürbe KVHans-Burkart Henschke KMAndreas Kuhlmann KMJoanna SzumielTilman BaubkusIrena DietzeSonsoles Jouve del CastilloHarald Hufnagel

    VioloncelliMatthias Bräutigam KVUlf Prelle KVVictor Meister KVPetra Willmann KVThomas Bäz KVRainer Promnitz KVKarl-Bernhard v. Stumpff KVClemens Krieger KVDaniel Thiele KMAlexander WillBruno BorralhinhoDorothea Plans Casal

    KontrabässeBenedikt Hübner KMSoo Hyun Ahn

    Tobias Glöckler KVOlaf Kindel KMNorbert Schuster KVBringfried Seifert KVThilo Ermold KVDonatus Bergemann KVMatthias Bohrig KMIlie Cozmatchi

    FlötenKarin Hofmann KVMareike Thrun KMBirgit Bromberger KVGötz Bammes KVClaudia Rose KM

    OboenJohannes Pfeiffer KMUndine Röhner-Stolle KMProf. Guido Titze KVJens Prasse KVIsabel Kern

    KlarinettenProf. Hans-Detlef Löchner KVProf. Fabian Dirr KVProf. Henry Philipp KV

    Dittmar Trebeljahr KVKlaus Jopp KV

    FagotteDaniel BäzPhilipp ZellerRobert-Christian Schuster KMMichael Lang KVProf. Mario Hendel KV

    HörnerMichael Schneider KVHanno WestphalFriedrich Kettschau KMTorsten GottschalkJohannes Max KVDietrich Schlät KVPeter Graf KVCarsten Gießmann KM

    TrompetenAndreas Jainz KVChristian Höcherl KMCsaba KelemenNikolaus v. TippelskirchBjörn Kadenbach

    PosaunenMatthias FranzStefan LangbeinJoachim Franke KVPeter Conrad KMDietmar Pester KV

    TubaProf. Jörg Wachsmuth KV

    HarfeNora Koch KV

    Pauke / SchlagzeugN.N.Oliver Mills KMGido Maier KMAlexej Bröse

    OrchestervorstandNorbert Schuster (Vorsitz)Jörn HettfleischProf. Guido TitzePeter ConradProf. Jörg Wachsmuth

    KM = KammermusikerKV = Kammervirtuos

    Dresdens Klang. Die Musiker der Dresdner Philharmonie

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    Michael Sanderling | Dirigent

    Geboren und ausgebildet in Berlin, wandte er sich nach einer erfolg- reichen Laufbahn als Cellist dem Dirigieren zu. Seinem Dirigierdebüt bei der Dresdner Philharmonie im Jahre 2005 folgte eine intensive künstlerische Zusammenarbeit, die zur Ernennung zum Chefdirigenten mit Beginn der Saison 2011 | 2012 führte.Von 2006 bis 2010 war er Künstlerischer Leiter und Chefdirigent der Kammerakademie Potsdam, mit der er u.a. die Kammersinfonien von Dmitri Schostakowitsch für SONY Classical einspielte. Er hat mit bedeutenden Orchestern zusammengearbeitet, z.B. mit dem Tonhalle-Orchester Zürich, dem Sinfonieorchester des BR, den Münchner Philharmonikern, der Sächsischen Staatskapelle Dresden, dem Konzerthausorchester Berlin, dem RSO Stuttgart und dem Nederlands Philharmonisch Orkest. In Köln leitete er eine hoch- gelobte Neueinstudierung von Prokofjews Oper »Krieg und Frieden«.

    In den kommenden Spielzeiten wird er bei dem Gewandhausorchester Leipzig, dem WDR Sinfonieorchester Köln, den Bamberger Symphonikern, dem Yomiuri Nippon Symphony Orchestra, dem National Philharmonic Orchestra Taiwan und dem Philharmonia Orchestra London gastieren.2010 gründete er mit »Skyline Symphony« ein Orchester aus Spitzenmusikern, um auf dem Campus der Goethe-Universität Frankfurt klassische Musik für ein jüngeres Publikum anzubieten. Zu Beginn seiner Karriere holte ihn Kurt Masur als Solocellisten nach mehreren Wettbewerbserfolgen an das Gewandhausorchester Leipzig. Später war er über mehrere Jahre in gleicher Position beim Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin tätig. Als Solist musizierte er mit Orchestern in Europa und den USA, darunter das Sinfonieorchester des BR, das Orchestre de Paris und das Boston Symphony Orchestra.

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    Sophia Jaffé | Violine

    begann ihre internationale Konzerttätigkeit nach den Wettbewerbs- erfolgen beim Deutschen Musikwettbewerb, Berlin und dem Königin Elisabeth Wettbewerb, Brüssel 2005. Seither gastiert sie als Solistin mit führenden Orchestern und ist in unterschiedlichen kammermusikalischen Formationen zu hören. Sophia Jaffé ist regelmäßig Gast bei den renommierten Festivals in Moritzburg, Delft, Reims, Ludwigsburg, im Rheingau, in Meran sowie beim Bachfest Leipzig. Ihre von der Presse hochgelobte Debüt-CD mit ihrem langjährigen Kammermusikpartner Björn Lehmann erschien 2009 mit Werken von Suk, Bach, Ysaye, Beethoven beim Label Genuin. Für 2014 ist die Veröffentlichung des zeitgenössischen Violinkonzerts von John Casken sowie eine CD-Aufnahme mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin geplant.

    Sophia Jaffés breitgefächertes Repertoire umfasst Werke des 17. Jahrhunderts bis hin zu zeitgenössischen Werken. Sie verbindet eine enge Zusammenarbeit mit der Cembalistin Barbara Maria Wil-li, Leiterin der Abteilung für historische Aufführungspraxis an der Musikakademie in Brünn, Tschechien. Geboren in Berlin, erhielt Sophia Jaffé ihre Ausbildung bei ihren Eltern, bei Herman Krebbers in Amsterdam und bei Prof. Stephan Picard an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin. Seit 2011 lehrt sie als Professorin für Violine an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main.

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  • GROSSE KUNST BRAUCHT GUTE FREUNDE

  • WIR DANKEN DEN FÖRDERERN DER DRESDNER PHILHARMONIE

    Förderverein Dresdner Philharmonie e.V.PF 120 42401005 Dresden

    Telefon +49 (0) 351 | 4 866 369Fax +49 (0) 351 | 4 866 [email protected]

    Heide Süß & Julia Distler

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    Impressum

    Dresdner Philharmonie Spielzeit 2013 | 2014Postfach 120 424 · 01005 Dresden

    Chefdirigent: Prof. Michael SanderlingEhrendirigent: Prof. Kurt Masur · Erster Gastdirigent: Markus Poschner

    Intendant: Anselm Rose · Redaktion: Dr. Karen Kopp

    Die Texte von Wolfgang Stähr und Hans-Peter Graf sind Originalbeiträge für dieses Heft.

    Dem Artikel über Hartmann liegen zugrunde: Hanns-Werner Heister: »Ich sitze und schaue auf alle Plagen der Welt...«; »Vom hörbaren Frieden« (Hg. Hartmut Lück u.a.); Dieter Senghaas: Klänge des Friedens. Vortrag 20.03.2013 Stadtmuseum München; Karl Amadeus Hartmann: Kleine Schriften, hg. von Ernst Thomas.

    Bildnachweise: Titelfotos: Marco Borggreve; Bildarchiv d. Dresdner Philharmonie.Michael Sanderling: Marco Borggreve; Sophia Jaffé: Mit freundlicher Genehmigung der Künstlerin / Agentur.

    Hinweis: Wo möglich, haben wir die Inhaber aller Urheberrechte der Illustrationen ausfi ndig gemacht. Sollte dies im Einzelfall nicht ausreichend gelungen oder es zu Fehlern gekommen sein, bitten wir die Urheber, sich bei uns zu melden, damit wir berechtigten Forderungen umgehend nachkommen können.

    Grafi sche Gestaltung: www.victoriabraunschweig.de

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    Wir machen darauf aufmerksam, dass Ton- und / oder Bildaufnahmen unserer Aufführungen durch jede Art elektronischer Geräte strikt untersagt sind. Zuwiderhandlungen sind nach dem Urheberrechtsgesetz strafbar.

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