Keynote frau-meigs_d

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  1. 1. Von der realen zur virtuellen Identitt: Die Herausforderungen der Transliteracy und Sozialisierung Divina Frau-Meigs Professorin fr Mediensoziologie, Universitt Sorbonne Nouvelle (Paris) Direktorin ANR TRANSLIT UNESCO-Lehrstuhl Savoir devenir lre du dveloppement numrique durable
  2. 2. INHALTSVERZEICHNIS I. Praktiken der Jugendlichen und digitale Vermittlung II. II. Von der Nutzung in Richtung Kompetenzen: auf dem Weg zur Transliteracy III. Savoir-devenir: von der realen zur virtuellen Identitt IV. Bildung und Politik
  3. 3. EINLEITUNG Digital native: ein nicht mehr zeitgemsser Mythos Medien- und Informationskompetenz: bester Filter gegen potenzielle Gefahren Von der realen zur virtuellen Identitt Wichtigkeit einer forschungs- und massnahmen- basierten Politik Ansatzpunkte fr Bildungsmassnahmen
  4. 4. EINLEITUNG Projekt TRANSLIT La translittratie comme horizon de convergence des littraties mdiatiques, info documentaires et informatiques 2013- 2016 Finanziert durch die Agence Nationale de la Recherche (ANR) im Rahmen des Forschungsporgramms Mtamorphoses des socits. Emergences et volutions des cultures et des phnomnes culturels. 4 Aufgaben: 1- Epistemologie und Kartografie (GRHIS Rouen) 2- Dispositive und Nutzungen (IMS Bordeaux) 3- Datenverarbeitung (ENS Cachan) 4- Modellierung und Politik (CREW Sorbonne Nouvelle) Allgemeine Projektleitung: Sorbonne nouvelle
  5. 5. EINLEITUNG Das Forschungsprojekt TRANSLIT soll die Praktiken der Jugendlichen (1517 Jahre) untersuchen und die Medien-, Informations- sowie digitalen Kompetenzen im Bereich Informationskulturen untersuchen. hybride Situationen und Dispositive herausfiltern Praktiken/Strategien/Kompetenzen beschreiben ineinander bergreifende Nutzungen identifizieren die entstehende Transliteracy umreissen deren Entwicklung begleiten Methode: umfassende Untersuchung; Beobachtungen an der Basis: formell/informell; Portraits
  6. 6. EINLEITUNG Definition (2007): Transliteracy = oder medienbergreifende Lesekompetenz ist die Fhigkeit ber eine Bandbreite von Plattformen, Hilfsmitteln und Medien - von Gesten und Lauten ber Handschrift, Druck, TV, Radio, Film bis zu digitalen sozialen Netzwerken - zu lesen, zu schreiben und zu interagieren. THOMAS, Sue; JOSEPH, Chris; LACETTI, Jess; MASON, Bruce; MILLLS, Simon ; PERRIL, Simon et PULLINGER, Kate (2007). Transliteracy: Crossing divides. First Monday, 12( 3) Literacy: Literalitt beschreibt hier die Fhigkeit, Informationen zu suchen, zu evaluieren, zu testen, zu validieren und zu verndern und zwar mit allen zur Verfgung stehenden Instrumenten (von Geschriebenem bis zu Abgebildetem, von Bchern bis Wikipedia) Trans: bertragbarkeit verschiedener Praktiken und Fhigkeiten auf verschiedene schulische und ausserschulische Informationskontexte. an der Schnittstelle dreier Kompetenzen: Medien, Information und Informatik in Richtung Informationskulturen
  7. 7. I. Praktiken der Jugendlichen und digitale Vermittlung
  8. 8. Informations- und Medienwelt der Jugendlichen Elisabeth Schneider, ESPE-Caen
  9. 9. Im stndigen Ausstauch: on- und offline Account einer Jugendlichen auf Babelio (bibliothekhnliches soziales Netzwerk): Sie teilt ihre Kommentare mit 305 Freuden (E. Schneider)
  10. 10. Vermittlungs- und Sozialisationszonen Nutzung von Zonen Dokumentationsstellen Bibliotheken Mediatheken Ressourcen und Online-Handel Die Jugendlichen definieren ihre Praktiken in Bezug auf die einzelnen Zonen und die im ffentlichen Raum hinterlassenen Spuren neu, sie knnen private oder Lernzonen einrichten, je nach Dispositiv. Sie spielen mit den institutionellen Zonen, um die ihnen bekannten Umgebungen, in der Regel mehrere, einzurichten. (E. Schneider)
  11. 11. Fazit Hybridisierung der Nutzung online/offline Aufbau einer Quasi-Transliteracy mithilfe digitaler Vermittlung Sozialisations- und Individuationsprozess basierend auf allen Dispositiven und Zonen Identitt: Gefahr einer vorgegebenen und verpflichtenden Architektur (Plattformen und kommerzielle Dienstleiter) mit Prinzip Rckverfolgbarkeit (Logik der Indexierung und Ausbreitung) und Privatleben
  12. 12. II. Von der Nutzung in Richtung Kompetenzen: auf dem Weg zur Transliteracy
  13. 13. Es besttigt sich, dass eine Transliteracy am Entstehen ist, insofern als die Jugendlichen die digitalen Technologien als Referenzrahmen heranziehen, whrend die Lehrkrfte sie fr den begleitenden Diskurs verwenden. Die Organisation der Aktivitten unterliegt einer Hybridisierung (online/offline, Papier/digital) und ist situationsabhngig. Der Eindruck von Sachverstand ist sehr prsent und, je nach Aufgaben, unterschiedlich zwischen Lernenden aufgeteilt. Es kommen sehr unterschiedliche digitale Medien zum Einsatz; sie variieren, je nach formeller oder informeller Nutzung (teilweise aufgrund der Beschrnkungen der Institution). Im schulischen Umfeld
  14. 14. Im schulischen Umfeld Beobachtungen im Rahmen von Projektarbeiten zeigen, dass sich die Kompetenzen in der Gruppe stark verndern. Die Verteilung von Kompetenzen und Knowhow in der Gruppe bezieht sich auf drei Bereiche: Informationsgewinnung, Schreiben und Synthese, Kommunikation. Mit Blick auf die Arbeitsmodalitten ist der grsste Graben zwischen der Schulkultur und den individuellen kulturellen Praktiken zu finden, insbesondere in Bezug auf die Vorstellung und die Legitimation der Informationen.
  15. 15. TITRE PIL,PleInnovant Lycen AtelierProjetPersonnel Durchlssige Zonen -Lesebereiche -Agora -Workshops -Spielzone -Caf, Kiosk Mobilitt zwischen Schule und ausserhalb Vor-Ort-Austausch ber Wissen und Knowhow (A. Turet; I.Velez, P. Boutin)
  16. 16. Im ausserschulischen oder informellen Bereich Es bestehen Spannungen auf Kreativittsebene, zwischen durch Kreieren erschaffen oder durch Imitieren erschaffen; sogar im informellen Bereich zeigt sich, wie schwierig es ist, sich von traditionelleren imitierenden und transmissiven Modellen zu lsen. Die Unterschiede zeigen sich zwischen den Kompetenzen im operativen Bereich und jenen im Bereich "ditorialisation"; die online denkbaren Kompetenzen werden wenig genutzt, sind aber prgnant (Injunktion). bertragbarkeit der Freizeitpraktiken (informell) auf Schulpraktiken (formell) nicht gegeben
  17. 17. Von einer Hardware- zu einer Anwendungslogik (Erfahrung) Von einer Systemlogik zu einer Nutzerlogik Von einer Logik der bertragung zu einer Logik der Sozialitt die Fachpersonen mssen hybride Praktiken und weitergegebene Kompetenzen in den Mittelpunkt stellen Atelier LOREM
  18. 18. Kultur Kreativitt Kritik Fhigkeit zu handeln Werte/Rechte InderSchule Ausserhalbder Schule Vordigitale Kompetenzen Pdagogische Verwendung Kompetenzen Knowhow Medien- kompetenz Soziale Nutzung
  19. 19. InfoMedia InfoData InfoDocument Identitt +Fhigkeit zu handeln Werte/Rechte InderSchule Ausserhalbder Schule Transliteracies: 3 Informationskulturen Pdagogische Verwendung Kompetenzen Knowhow Transliteracy Soziale Nutzung
  20. 20. Transliteracy: Neudefinition 2015 Konvergenz zwischen Kommentar und Inhalt Konvergenz zwischen Medien- und Informationskompetenzbildung und digitaler Literalitt Konvergenz zwischen verteilten Kompetenzen: operative Ebene (Code, Computation, Design) editoriale Ebene (Schreiben, Lesen, Verffentlichen) organisatorische Ebene (Suche, Navigation) + Prsenz und Savoir-devenir + E-Strategien-Index Fazit
  21. 21. III. Savoir-devenir: von der realen zur virtuellen Identitt
  22. 22. Von der realen zur virtuellen Identitt Online-Identitt und Rckverfolgbarkeit als Gefahr. Herausforderungen: - Vertrauen: Profiling und Kommerzialisierung versus Sozialisationsgewinne -Sicherheit und Diversitt -Gedchtnis und kollektives Gedchtnis -Literalitt und Verwaltung von Spuren im Internet und von Big Data Online-Prsenz im Griff haben
  23. 23. Von der realen zur virtuellen Identitt freiwillige Spuren unfreiwillige Spuren hinter- lassende Spuren virtuelle Identitt
  24. 24. Von der realen zur virtuellen Identitt Digitale Prsenz Kognitive Prsenz Soziale PrsenzVorge- gebene Prsenz Soziale Prsenz: Fhigkeit zwischenmenschlicher Beziehungen ber Interaktion ist gegeben Kognitive Prsenz: Fhigkeit, Informationen auszutauschen und Knowhow zu integrieren ist gegeben Vorgegebene Prsenz: Fhigkeit, digitale Identitt und Spuren zu verwalten ist gegeben
  25. 25. Von der realen zur virtuellen Identitt: Transliteracy bedingt eine neue Form der Kompetenzbildung*: Savoir-devenir: - projektive Fhigkeit - mittels Transliteracy sowie Informations- und Medien- kompetenzen - basierend auf einer Projektpdagogik - in Richtung nachhaltiger digitaler Entwicklung** *vgl. Bericht Delors (1996): 4-Sulen-Bildungssystem: Lernen, zusammenzuleben; Lernen, Wissen zu erwerben; Lernen zu handeln; Lernen fr das Leben. **vgl. Amartya Sen (1985): Prioritten zweiten Ranges (Selbstachtung, Aktualisierung, sthetik) sind genauso wichtig wie Prioritten ersten Ranges (berleben, Gesundheit)
  26. 26. Von der realen zur virtuellen Identitt Prsenz und 4 grundlegende sozio-kognitive Vorgaben hinsichtlich E-Strategien-Index und digitaler Vermittlung: Selbstaktualisierung: Spuren und Knowhow aktualisieren Vorgehen berdenken: Datensammlung, Spuren im Netz Spielerische Modellierung: Simulation mglicher Spuren ohne Risiken Ziviles Engagement: Teilnehmen und Zusammenarbeiten und Spuren hinterlassen (+Ethik)
  27. 27. Von der realen zur virtuellen Identitt Selbstaktualisierung: Positionierung der Spuren mit mehr oder weniger Distanz
  28. 28. Von der realen zur virtuellen Identitt Vorgehen berdenken: Spurensammlung und Organisation von Ideen
  29. 29. Von der realen zur virtuellen Identitt Spielerische Modellierung: Speicherung und sthetik der Kompetenzen
  30. 30. Von der realen zur virtuellen Identitt Ziviles Engagement: aktive Teilhabe
  31. 31. IV. Bildung und Pol